Für die Vergabe von öffentlichen Aufträgen gelten verschiedenste Vorschriften. Die Europäische Union hat zur Erreichung eines gemeinsamen Binnenmarktes die Richtlinie über die Vergabe öffentlicher Aufträge (RL 2014/24/EU) erlassen. Sie war von den Mitgliedsstaaten umzusetzen. Diese Gesetze und Rechtsverordnungen finden Anwendung bei Aufträgen, die im Bereich von Architekten- und Stadtplanerleistungen einen Schwellenwert von aktuell 221.000 € überschreiten. Daneben hat auch das Land Sachsen-Anhalt Vorschriften zur öffentlichen Auftragsvergabe erlassen.
Für die Vergabe von Dienstleistungsaufträgen unterhalb des EU-Schwellenwertes ist das Bild derzeit diffus. Das Landesvergabegesetz befindet sich in der Novellierung, dort muss die vom Bund für ihre Baumaßnahmen und andere Vergaben erarbeitete Unterschwellenvergabeordnung (UVgO) aus dem Jahr 2017 einfließen, sie findet bisher keine direkte Anwendung.
Das Ergebnis der Arbeit einer speziell vom Vorstand der Architektenkammer Sachsen-Anhalt eingerichteten Arbeitsgruppe „Öffentliche Auftragsvergabe“ ist in einer Publikation „Empfehlungen für die öffentliche Auftragsvergabe von Architekten, Ingenieur- und Stadtplanerleistungen unterhalb der EU-Schwellenwerte“ veröffentlicht. Das „lebendige“ Arbeitspapier wird fortgeschrieben und soll Auftraggebern sowie Auftragnehmern eine Hilfestellung sein.

Download Publikation
Empfehlungen für die öffentliche Auftragsvergabe von Architekten, Ingenieur- und Stadtplanerleistungen unterhalb der EU-Schwellenwerte

Die Vergabe von öffentlichen Aufträgen muss veröffentlicht werden, es gibt eine Vielzahl von Plattformen, auf denen man sich informieren kann.