Nachhaltigkeitstag 2026 der Ingenieurkammer und Architektenkammer Sachsen-Anhalt

Planen und Bauen im Wandel: Kreisläufe, Baustoffe und Bestandserhalt

Mehrere öffentlichkeitswirksame Aktionen begleiteten den Internationalen Tag des Ingenieurwesens für nachhaltige Entwicklung am 4. März 2026. Im Mittelpunkt stand ein gemeinsames Statement der Präsidenten Prof. Axel Teichert (Architektenkammer Sachsen-Anhalt) und Jörg Hermann (Ingenieurkammer Sachsen-Anhalt). Beide betonten die zentrale Bedeutung des Gebäudebestands: Nachhaltige Stadt- und Infrastrukturentwicklung beginne beim Erhalt und der qualitätsvollen Weiterentwicklung vorhandener Bauwerke sowie bei transparenten Planungs- und Vergabeverfahren.

Höhepunkt der Aktivitäten war der Nachhaltigkeitstag am 29. April 2026 in der „Schwemme“ in Halle (Saale). Rund 70 Teilnehmende diskutierten aktuelle Entwicklungen, Forschungsergebnisse und Praxisansätze für ein zukunftsfähiges Planungs- und Bauwesen. Ziel der Veranstaltung war es, innovative Baustoffe, zirkuläre Strategien und neue Planungsansätze sichtbar zu machen und die beteiligten Berufsgruppen stärker zu vernetzen.

Im Fachprogramm zeigten vier Vorträge unterschiedliche Perspektiven des nachhaltigen Bauens: von zirkulären Bauprozessen über Moor- und Biomaterialien bis hin zu ressourcenschonendem Beton und innovativer Bodenstabilisierung im Straßenbau. Deutlich wurde, dass technische Lösungen, neue Materialien und politische Rahmenbedingungen gemeinsam den Wandel im Bauwesen vorantreiben müssen.

Im Anschluss nutzten die Gäste die Gelegenheit zum Austausch an den Informationsständen der Hochschule Merseburg und Hanffaser Geiseltal eG, der Landesenergieagentur Sachsen-Anhalt (LENA), des WIR!-Bündnisses GOLEHM sowie des Paludi Media Lab der Hochschule Anhalt. Den Abschluss bildete eine Führung durch die „Schwemme“. Der denkmalgeschützte Fachwerkbau steht exemplarisch für den Umgang mit Bestand: Seit 2016 wird er durch den Verein Schwemme e. V. behutsam saniert und soll künftig als Ort für Bildung, Handwerk und Gemeinschaft im Sinne des Neuen Europäischen Bauhauses (NEB) weiterentwickelt werden.

Foto: Jana Halbritter