Jeder Bauvorlageberechtigte und somit jeder Architekt, kann weiterhin alle notwendigen bautechnischen Nachweise (Standsicherheit, Brandschutz, Schallschutz, Wärmeschutz, Erschütterungsschutz) erstellen.

Besonderheiten ergeben sich lediglich hinsichtlich nicht erforderlicher bauaufsichtlicher Prüfungen:

  • Standsicherheit § 65: Wenn Standsicherheitsnachweise für die Gebäudeklassen 1 bis 3 und für sonstige bauliche Anlagen, die keine Gebäude sind, von Nachweisberechtigten für Standsicherheit oder Prüfingenieuren für Standsicherheit erstellt wurden, bedürfen diese keiner bauaufsichtlichen Prüfung.
  • Brandschutz § 65: Wenn Brandschutznachweise für Bauvorhaben der Gebäudeklasse 4 (ausgenommen sind Mittel- und Großgaragen) von Nachweisberechtigten für Brandschutz oder von Prüfingenieuren für Brandschutz erstellt wurden, müssen diese nicht bauaufsichtlich geprüft werden.

Wie können Sie Nachweisberechtigter für Brandschutz werden?

Zur Eintragung in die Liste der Nachweisberechtigten, die von der Architektenkammer Sachsen-Anhalt geführt wird, ist nachzuweisen:

  1. Bauvorlageberechtigung nach § 64 BauO LSA und drei Jahre Berufserfahrung in der Erstellung von Brandschutznachweisen.
  2. Abschluss
    • eines Studiums der Fachrichtung Architektur, Hochbau, Bauingenieurwesen oder eines Studiengangs mit Schwerpunkt Brandschutz an einer deutschen Hochschule oder Abschluss eines gleichwertigen Studiums an einer ausländischen Hochschule oder
    • einer Laufbahnausbildung für den feuerwehrtechnischen Dienst, Laufbahngruppe 2, und Nachweis der praktischen Tätigkeit von mindestens zwei Jahren auf dem Gebiet der brandschutztechnischen Planung und Ausführung von Gebäuden oder der Prüfung der brandschutztechnischen Planung und Ausführung von Gebäuden.

Das Antragsformular [PDF] ist ausgefüllt mit den nachfolgend benannten Unterlagen an die Geschäftsstelle zurückzusenden.

  • Objektliste zum Nachweis der Kenntnisse im Brandschutz für Personen, die in der brandschutztechnischen Planung und Ausführung von Gebäuden tätig sind.
  • Nachweis des Arbeitgebers bei Personen, die in der Prüfung der brandschutztechnischen Planung und Ausführung von Gebäuden tätig sind.
  • Nachweis über die Bauvorlageberechtigung bzw. Zeugnisse über den Studienabschluss (bei Mitgliedern der Architektenkammer Sachsen-Anhalt und der Ingenieurkammer Sachsen-Anhalt entfällt dieses).

Der Antrag auf Eintragung in die Liste der Nachweisberechtigten für Brandschutz wird vom Eintragungsausschuss vorgenommen, Ansprechpartnerin in der Geschäftsstelle für das Antragsverfahren ist Frau Elzner.
Für die Eintragung in die Liste der Nachweisberechtigten für Brandschutz ist ein Kostenvorschuss in Höhe der Gebühren zu entrichten (Gebührenordnung § 1 und Punkt 3.2). Der Gebührenbescheid wird nach dem Eingang der vollständigen Antragsunterlagen übersandt. Die jährliche Gebühr für die Führung in der Liste der Nachweisberechtigten beträgt 45,00 EUR.

Für eine Bescheinigung nach § 65 Abs. 2 Nr. 3 Satz 4 ist folgendes nachzuweisen:
Niederlassung in einem anderen Mitgliedsstaat der Europäischen Union oder einem nach dem Recht der Europäischen Gemeinschaften gleichgestellten Staat und Nachweis der Erstellung von Brandschutznachweisen.