Baugenossenschaftliche Wohnsiedlung, expressive Farbgestaltung, Otto-Richter-Straße, Magdeburg
Der Mieter-Bau- und Sparverein erbaute zwischen den Jahren 1904 bis 1916 auf Initiative ihres Vorsitzenden Otto Richter eine Stadtrandsiedlung in der Magdeburger Westerhüser Straße. Von Anbeginn entsprach sie dem Anliegen des Neuen Bauens mit Licht, Luft und Sonne. Ab 1921 aber brachte sie es darüber hinaus mit einer neuen farbigen Fassadengestaltung ihrer elf Häuser zu einer gewissen Prominenz als expressionistisches Gesamtkunstwerk. Unter Stadtbaurat Bruno Taut hatte sich Magdeburg seinerzeit als Bunte Stadt positioniert, künstlerisch umgesetzt vom Leiter des Entwurfsbüros im Hochbauamt Carl Krayl. Die Idee zu Farbe ist Lebensfreude lebt insbesondere in der Blitzfassade (Nr. 2), die wirre Muster auf königsblauem Untergrund zucken lässt. Seit 2006 ist die Farbfassung der Straße vollständig wiederhergestellt und erinnert als letzte verbliebene Zeugin vom Bemühen der Avantgardisten jener Zeit, der Tristesse grauer Mietkasernen leuchtende Farbe wirkstark entgegenzusetzen. Seit 1927 ist die Straße nach ihrem Ideengeber Otto Richter benannt.
Standort
Otto-Richter-Straße, Magdeburg – Öffnen mit Google Maps
Architekten: Farbgestaltung: Carl Krayl, Bruno Taut
Sammlungen: Moderne





