Frank-Heinrich Müller

St. Johannis, Wiederaufbau und Ergänzung, Magdeburg

Die im 15.Jahrhundert errichtete gotische Hallenkirche St.Johannis prägte nach ihrer weitgehenden Zerstörung im Zweiten Weltkrieg als mahnende Ruine das Stadtbild. Anfang der 1990er Jahre bewirkte eine Interessengemeinschaft zum Wiederaufbau der Johanniskirche ihre Rekonstruktion mit ergänzenden An- und Einbauten für kulturelle Nutzungen. Dabei wurde dem in seiner ursprünglichen Form wiederhergestellten Kirchenbau an der Nordseite ein schlichtes, eingeschossiges Foyer mit Kasse, Garderobe und Toiletten zur Seite gestellt. Über eine gläserne Fuge ist der Neubau aus weißem Sichtbeton mit dem dreischiffigen Langhaus verbunden. Die aufgrund der zerstörten Kreuzgewölbe fehlende Aussteifung der Kirche wurde über ein Regal im nördlichen Seitenschiff realisiert, das über Zugstangen am Dachbinder befestigt wurde und im Untergeschoss auf rahmenförmige Fundamente gegründet ist. Neben seiner statischen Wirkung nimmt das verglaste und in Teilbereichen mit Holzlamellen verkleidete Regal verschiedene Funktionsbereiche wie einen Mehrzweckraum, eine Ausstellungsfläche, Büros, Künstlergarderoben sowie ein Café im Erdgeschoss auf.

Standort
Johannisbergstraße, Magdeburg – Öffnen mit Google Maps

Bauherr/in
Hochbauamt Magdeburg

Architekten
Planungsgemeinschaft Johanniskirche: Architekturbüro Dr. Walter Brezinski, Architekturbüro Manfred Discher, Architekturbüro Rolf Onnen

Preise
Magdeburger Architekturpreis 1999

Fertigstellung
1999

Sammlungen

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