Text: Cornelia Heller; Foto: Markus Scholz

Eiscafè „Chemie-Pavillon“, Lutherstadt Wittenberg

Gegenüber von Schlosskirche und weltberühmter Thesentür entstand 1959 der „Chemie-Pavillon“, ein Ausstellungs-Leichtbau des VEB Volkseigenen Betriebes Stickstoffwerk Piesteritz: flach und eingeschossig, mit umlaufender, geneigter Glasfront und rundem Bug. Heute als Eiscafé genutzt, gilt er als eines der wichtigsten Zeugnisse der modernen Architekturgeschichte Sachsen-Anhalts. Mit seiner transparenten Materialwahl, funktionalen Leichtigkeit und schwungvollen Eleganz gehört er zur „Zweiten Moderne“, deren Wurzeln man in der Tradition des Bauhauses finden kann. Unterbrochen durch Nazizeit und Monumentalarchitektur wagten Architekten in Ost wie West nach dem Krieg „einen zweiten Anlauf“. Dafür steht der Wittenberger Pionierbau, gebaut an einem neuralgischen Punkt des internationalen Luthertourismus in der noch jungen DDR.

Standort
Schlossplatz 6, Lutherstadt Wittenberg – Öffnen mit Google Maps

Architekten: Erwin Zink

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