Wolfgang Reuss

Eingangshalle Lutherhaus

Im Zuge der Sanierung des Lutherhauses, einem herausragenden Denkmal des Weltkulturerbes, wurde in einer nur vier Meter breiten Baulücke eine Eingangshalle neu eingefügt. Sie ist Ort für die Kasse, bildet Auftakt und Endpunkt des Museumsrundganges und leitet über zum Direktorenhaus aus den 30er Jahren. Über Aufzug und Treppen erschließt die Halle die verschiedenen Ausstellungsebenen und verbindet durch Galerien die beiden bestehenden Gebäude. Für den Besucher eröffnet der Neubau eine Vorstellung des Lutherturms, der sich ehemals an dieser Stelle befand. Seine Fundamente sind im Erdgeschoss in die Gestaltung einbezogen und im zweiten Obergeschoss, in der Höhe von Luthers ehemaligem Turmzimmer, zeigt ein schmales Fenster den reizvollen Blick in die Elbauen, den berühmten ‚Lutherblick‘. Der Einbau – eine scheinbar kleine, bescheidene Baumaßnahme – reagiert sensibel auf den Bestand und steht gleichzeitig autonom und selbstbewusst neben dem historischen Kulturgut. Zwei rechtwinklig angeordnete Sichtbetonwände lenken die Aufmerksamkeit ganz auf den Westgiebel des Lutherhauses, der die Spuren der Geschichte spiegelt und durch den Neubau völlig unangetastet bleibt. Durch einen Lichtspalt im Dach ist diese Wirkung hervorgehoben. Optisch verschmelzen die neuen Wände mit den Galerien und Treppen und deren geschlossenen Treppenbrüstungen, ebenfalls aus Sichtbeton, zu einer skulpturalen Einheit. Zum Eingangshof und Luthergarten öffnet sich der Innenraum mit raumhohen Stahl-Glas-Fassaden.

Standort
Collegienstraße 54, Lutherstadt Wittenberg

Bauherr/in
Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt, Lutherstadt Wittenberg

Architekten
Pitz & Hoh Werkstatt für Architektur und Denkmalpflege GmbH, Berlin

Preise
Architekturpreis des Landes Sachsen-Anhalt 2004

Fertigstellung
2003

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