Kurpark Bad Dürrenberg, Bad Dürrenberg
Fotos: Rehwaldt Landschaftsarchitekten
„Salzkristall und Blütenzauber“. Unter diesem Motto lud 2024 die Solestadt Bad Dürrenberg zur 5. Landesgartenschau Sachsen-Anhalt – und griff so gleich zwei Aspekte der Stadtgeschichte auf: die Salzgewinnung und den Kurbetrieb. Es ging aber auch um neue Verbindungen zwischen dem denkmalgeschützten Kurpark auf dem Hochplateau oben und dem Saaletal unten, zudem um die Verknüpfung mit dem Stadtraum im Norden und nicht zuletzt um die nachhaltige Nutzung der Anlage nach der Gartenschau: als attraktives, grünes und erlebnisreiches Naherholungsangebot. Für Einheimische und Besucher. Auf lange Zeit.
Zum „Rückgrat der Anlage“ wurde das imposante, vor Kurzem sanierte Gradierwerk, im Ursprung ab 1763 errichtet und mit heute noch über 600 Metern die längste zusammenhängende und in Funktion befindliche Saline dieser Art in Deutschland. Davor und zur Saale ausgerichtet offenbarten sich „die verschiedenen Teilräume“, die, so die Landschaftsarchitekten, „jeweils spezifische räumliche und atmosphärische Charaktere präsentieren“. Dafür wurde der Kurpark behutsam saniert und gemeinsam mit den angrenzenden Saalehängen zu einem „modernen, offenen Erholungsraum“ umgestaltet, dabei Vorhandenes bewahrt und zeitgenössisch weitergedacht. Eingriffe erfolgten äußerst behutsam, neue Hinzufügungen setzen sich deutlich ab: etwa der „Salzspielplatz“ mit seinen weißen „Salzschüttkegeln“ samt einem „Wasserparterre“ oder das im Park immer wiederkehrende polygonale Sitzelement, allesamt Reminiszenzen an die Salzgeschichte.
Während am südlichen Ende der Gradieranlage das „Graden-Gerüst“ als Kletterangebot für Jung und Alt sowie sichtbare Landmarke entstand, wurde nördlich ein großzügiges Holzdeck zum Entree in das neue alte Gartenreich: sind Stadt und Park perfekt miteinander verknüpft. Entlang historischer Gartenstrukturen präsentierten sich vor den wasserrieselnden Solewänden intensiv bepflanzte, duftende Themenareale. Neue Wege zwischen Plateau und Fluss führen den Saalehang hinunter, wo Obst- und Weinbau alte Anbautraditionen feiern. Highlight und Pflichtprogramm am Steilufer: die Aussichtsplattform mit einem atemberaubenden Ausblick auf Saale, Kultur und Landschaft.
Text: Cornelia Heller, 2026
Standort
Promenade 11-1, Bad Dürrenberg - Öffnen mit Google Maps
Bauherr/in
Solestadt Bad Dürrenberg
Architekten
Rehwaldt Landschaftsarchitekten, Dresden
Preise
Architekturpreis des Landes Sachsen-Anhalt 2025, Engere Wahl
Fertigstellung
2024