Salinemuseum, Sanierung, Halle (Saale)
Fotos: Steffen Spitzner, Clemens Poloczek
Von der Saline zum Museum. Halle ist historische Salzstadt, das „weiße Gold“ brachte Reichtum und Privileg. Und das gewachsene Industrieensemble auf der Salineinsel bezeugt diese über 1.000-jährige Salzgewinnungsgeschichte. Zwischen Altstadtkern und Halle-Neustadt gelegen, pulsierte auf dem Eiland einst eine Stadt in der Stadt: eng an eng mit Siedehallen, Produktions-, Verwaltungs- sowie Wohnhäusern, eine architektonische Vielfalt, die mitteldeutsche Industriegeschichte par excellence zu spiegeln vermochte. Doch seit Einstellung der Salzproduktion Anfang der 1960er-Jahre lag das Gelände weitgehend brach, waren ganze Teile verfallen, die Anlage buchstäblich zerbrochen – ausgenommen davon „Uhrenhaus“ und Salzmagazin VI, in denen von 1964 bis 2019 ein erstes Museum eingerichtet war.
Jetzt wird die gesamte Saline ein Museum! Die Idee? Ein Neuansatz, der nicht nur das Industriedenkmal sichert und in seiner „Rohheit“ erhält, sondern, so die Architekten, „durch die Etablierung eines Museums für Industriekultur und die dort wirkenden Menschen der Salzwirker-Brüderschaft die Bedeutung der Saline wieder stärker ins Bewusstsein der Bevölkerung“ rückt. Nach und nach ist in den vergangenen Jahren dafür saniert, instandgesetzt, manch Vergessenes wieder ans Licht geholt und rekonstruiert worden – insbesondere in den zwei historischen Großsiedehallen mit ihren beeindruckenden Holztragstrukturen. Neue Einbauten sind hier geschickt als „Möbelstücke“ eingefügt. Sie lassen die Hallendimensionen unverstellt erleben. Die Spuren des Verfalls indes bleiben lesbar.
Zukünftig geht es über einen neugestalteten Museumsvorplatz hinein in die Großsiedehalle-Süd. Hier empfängt den Besuchenden ein langgestrecktes, trennwandfreies Foyer mit einem Ausstellungsintro. Es ist die Einstimmung auf die helle Großsiedehalle Nord, in der die Produktion von Salz inszeniert werden wird: u. a. mit einer Schausiedeanlage, die historischen Vorbildern folgt, sowie einem „Salzlabor“ mit interaktiven und museumspädagogischen Angeboten. Das alles nach Eröffnung des Museums (geplant 2026). So ist und bleibt die Saline das zentrale Exponat ihrer eigenen Geschichte. Erhalten und in die Zukunft geführt.
Text: Cornelia Heller, 2026
Standort
Mansfelder Straße 52, Halle (Saale) - Öffnen mit Google Maps
Bauherr/in
Stadt Halle (Saale)
Architekten
heneghan peng architects, Dublin, mit Studio Qwertz, Berlin
Preise
Architekturpreis des Landes Sachsen-Anhalt 2025, Engere Wahl
Fertigstellung
2025