Ulrich Krüger

Filmband Nordpark, Bitterfeld-Wolfen

Der Nordpark im Plattenbaugebiet von Wolfen ist eine Initiative der 1996 gegründeten Erneuerungsgesellschaft Wolfen-Nord, die versuchte, der nach 1990 in diesem Stadtteil einsetzenden sozialen Stigmatisierung entgegenzuwirken. Von 1960-1990 erbaut, bot die Großsiedlung Raum für 32 000 Menschen, von denen heute noch zwei Drittel in Wolfen-Nord leben. Der Stadtteilpark wurde auf einer über 100 Meter breiten und 1,4 Kilometer langen Schneise errichtet, die ursprünglich als S-Bahntrasse geplant war und das Wohngebiet mit der ORWO Filmfabrik verbinden sollte. Der als ‚Filmstreifen‘ bezeichnete, aus einer Abfolge von 27 begehbaren Bildern zusammengesetzte Weg erscheint als Reminiszenz an die alte Filmfabrik und bildet das Rückgrat der neuen Parkanlage. Auf diese, den Park in seiner Längsrichtung bis zu den südlichen Fuhneauen durchziehenden Achse wurden neben Erinnerungen an die industrielle Tradition des Ortes (‚Bildauswahl‘, ‚Dunkelkammer‘) auch Träume von fernen Landschaften (‚Taiga‘, ‚Toskana‘ oder ‚Mondlandschaft‘) projiziert. Mit einfachen, raumbildenden Mitteln, wie beispielsweise Wandscheiben, Hecken, Bänken und Bäumen entstanden abwechslungsreiche Bilder, die durch die Struktur des Filmstreifens miteinander verbunden sind.

Standort
Am Nordpark, Bitterfeld-Wolfen – Öffnen mit Google Maps

Bauherr/in
Erneuerungsgesellschaft Wolfen-Nord/Neue Projekte Anhalt e.V.

Architekten
Ulrich Krüger Landschaftarchitekten, Dresden

Fertigstellung
2002

Privacy Preference Center